Klimahülle

Klimaoptimierter Wissenschafts- und Gewerbepark im Rhein-Erft-Kreis

Als interkommunaler, klimaoptimierter Wissenschafts- und Gewerbepark, der die Ansiedlung thematisch affiner Gewerbebetriebe mit innovativen wissenschaftlichen Einrichtungen und prototypischen Anlagen kombiniert, soll dieses Projekt insbesondere neue Arbeits-/Technologiefelder wie Energie, Agrobusiness, Healthcare sowie auch Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen neben weiteren Gewerbebereichen integrieren. Die Konzeption nimmt die Ansprüche von Wirtschaft und Gesellschaft an künftige Produktionsprozesse auf. Gemeint ist die mit Industrie 4.0 bezeichnete Verzahnung von Fertigung und Dienstleistung sowie die Echtzeit-Steuerung ganzer Wertschöpfungsnetzwerke.

Die Klimahülle soll auf einer Fläche von 5 ha Ankerprojekt für das 20 ha umfassende interkommunale Kompetenzareal :terra nova im Rhein-Erft-Kreis bei Bergheim fungieren. Sie soll optimale technische Voraussetzungen für die Ansiedlung kompetenter Betriebe und Institutionen mit einer herausragenden Marken-Architektur verknüpfen. Das Konzept der Klimahülle vereint eine Vielzahl von Vorteilen wie die Reduzierung des Energie und Flächenbedarfs, die Einsparung von Baumaterial sowie ganzjährig witterungsunabhängige Arbeits- und Präsentationsräume mit hoher Aufenthaltsqualität. Ziel dieses regionalen „Science to Business- Centers“ ist es, als Inkubator einer wissensbasierten Regionalentwicklung den Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu intensivieren.

Nachhaltiger Strukturwandel für die Zukunft

Mit dem Regionale-2010-Projekt :terra nova haben sich die Städte Bergheim, Bedburg, Elsdorf sowie der Rhein-Erft-Kreis gemeinsam mit der RWE Power AG sowie der FAKT AG auf den Weg in die Zukunft gemacht. Unter Federführung der Stadt Bergheim wurde der interkommunale Zweckverband :terra nova gegründet, um die Entwicklung einer Zukunfts-Landschaft Energie anzustoßen, welche die in der Region vorhandenen Kompetenzen und Erfahrungen im Bereich der Energiewirtschaft und Grünen Technologie bündelt und nachhaltig für regionale Wertschöpfung nutzt.

Das Projekt Klimahülle wird außerdem maßgeblich gefördert durch die IRR GmbH (Innovationsregion Rheinisches Revier) und den Verband Region Köln/Bonn e. V.

Kommunikationsstrategie


Das komplexe Projekt Klimahülle erfordert eine intensive Kommunikation nach innen als auch nach außen, um alle relevanten Akteure und die Öffentlichkeit aktiv mit einzubeziehen.

Am 7. Juli 2016 fand ein erster öffentlicher Pressetermin zur Projektpräsentation statt.

Trägerschaft

Von der FAKT AG wurde das Projekt Klimahülle als ein komplett privatwirtschaftliches Projekt und auf eigene Vorkosten entwickelt. Es wurde von Anfang an so konzipiert, dass es abgesehen von einer öffentlichen Anschubfinanzierung privatwirtschaftlich finanzierbar ist. Die wesentlichen Einnahmen der Klimahülle werden Einkünfte aus der Vermietung der in der Klimahülle geschaffenen ca. 50.000 m² Nutzfläche sein.

Architektur


Grundgedanke und Zielstellung der Architektur der Klimahülle ist die Schaffung eines wegweisenden Konzepts, das hohe ökologische und soziokulturelle Anforderungen erfüllt. Im Vordergrund stehen:

  • Positive Ökobilanzierung durch nachhaltige Ressourcenverwendung, z.B. Konstruktion und Einbauten aus unbehandeltem Holz
  • Geringer oder kein Primärenergiebedarf durch Nutzung von Sümpfungswasser und Photovoltaik
  • Hohe soziokulturelle und funktionale Qualität durch thermischen und visuellen Komfort
  • Hohe technische Qualität und instandhaltungs- freundliche Baukonstruktion
  • Hohe Standortqualität durch Einrichtungen mit Gastrononomie und Nahversorgung innerhalb der Klimahülle „alles unter einem Dach“

 

In Folge des innovativen Energiekonzeptes, das auf der Nutzung des Sümpfungswasser aus dem nahegelegenen Tagebau Hambach aufbaut, wird die Klimahülle einen erheblichen Beitrag zur Vermeidung von Kohlendioxid-Emissionen im Rhein-Erft-Kreis leisten.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Gewerbepark gleicher Größe (jedoch ohne Hülle) vermeidet der Gewerbepark mit Klimahülle CO²-Emissionen in Höhe von 1.273.000 kg/Jahr.

Die Klimahülle wird 260 Meter lang und 100 Meter breit sein. Das 16 Meter hohe Flachdach schützt die Einbauten wie eine zweite Haut gegen Wind, Regen und zu starke Sonneneinstrahlung. Im Winter werden Temperaturen von 12 Grad nicht unterschritten, im Sommer heizt sich die Hülle auf nicht mehr als 28 Grad auf. Als Material für die Hülle ist im oberen Teil der Seitenwände eine textile Hightech-Membran vorgesehen, im unteren Teil werden Glaselemente verbaut. Die Dachfläche wird ebenfalls mit textilen Membranen überspannt, in die Photovoltaik-Zellen eingearbeitet sind. Der Architekt Ralf Baumgärtner erläutert die Vision hinter der Planung: „Durch das Zusammenfassen von unterschiedlichen Gewerbearten unter einem Dach werden komplett neue Arbeitswelten entstehen. Die Innen- und die Außenwelt verschmelzen in einem fließenden Übergang zu einem eigenen kleinen Mikrokosmos, in dem die neuesten Technologien und Materialien dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.“ Das zugrundeliegende Energiekonzept sieht einen Primärenergiebedarf von 0,0 KW vor.

Neben der 2,6 ha großen Grundfläche der Klimahülle sind auf weiteren 2,4 ha noch drei doppelstöckige Parkhäuser sowie Parkflächen und Randbegrünung vorgesehen.

 

Ansprechpartner:

Dr. Constantin von Alvensleben, cvalvensleben@fakt-ag.com 

Architekt Ralf Baumgärtner, rb@bbarchitekten.de


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