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Wohnungsbaupolitische Initiative muss gestartet werden

Offener Brief von Prof. Hubert Schulte-Kemper an den Bürgermeister der Stadt Marl, Werner Arndt

„.. die Verleihung des Adolf-Grimme-Preises muss bei NRW-Ministerpräsident Armin Laschet einen großen Eindruck hinterlassen haben, denn bei der Mitgliederversammlung des Initiativkreis Ruhr am Samstagmorgen hat er gut gelaunt zweimal die Stadt Marl erwähnt; zum einen im Rahmen der Investition der Evonik AG über 400 Mio. Euro − aufgrund dieser Ansiedlung könnten möglicherweise noch andere kompatible Investitionen Dritter möglich sein − zum anderen auch die Zukunftsgestaltung, die sich aus der Ruhrgebietskonferenz im Zusammenhang mit der Investition in Marl ergibt.

Da im Grunde keine andere Stadt in seiner Rede vorkam, war ich doch ein wenig stolz darüber und natürlich auch darüber, welche Zukunftsperspektiven wir in Marl haben.

Diese Perspektiven möchte ich noch einmal aufgreifen: Zum einen hat Armin Laschet die Entscheidung der FDP gelobt, Modellschulen in Stadtteilen einzurichten, in denen die Struktur, auch die Sozialstruktur, dies verlangt. Zu diesem Thema fiel mir sofort die Waldsiedlung ein. Ein Stadtteil mit rund 9.000 Einwohnern, die Realschule ist weggefallen und die Hauptschule ist in der Zukunftsgestaltung kompliziert, sodass ich finde, dass für dieses Modellprojekt eine solche Schule in der Waldsiedlung sehr sinnvoll wäre. Der „Run“ auf dieses Modellprojekt wird wahrscheinlich schon in dieser Woche von allen Stellen losgehen, sodass das Bemühen um dieses Schulsystem für uns in Marl eine höchste Dringlichkeit darstellt.

Des Weiteren ist für Marl auch hochinteressant, dass sich Ministerpräsident Laschet auch für die Internationale Gartenbauausstellung vehement eingesetzt hat, sodass wir in Marl an diesem Thema deutlicher nach vorne gehen könnten. Ich weiß, dass die Frage der nachhaltigen Kosten noch eine Diskussionsgrundlage mit den Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der 53 Städte sein wird, aber es zeichnet sich doch ab, dass man hier seitens der Landesregierung den Fuß ein wenig von der Bremse genommen hat.

Hinsichtlich der Ruhrgebietskonferenz habe ich die Bitte, eine kleine Denkfabrik (mit sechs bis sieben Teilnehmern) sowohl in Marl als auch im Kreis Recklinghausen anzustoßen, damit wir in der Kurzfristigkeit jetzt den Zug auf die Schiene setzen und so eine Vorbereitungszeit schaffen, um interessante Projekte mit in die Ruhrgebietskonferenz einzubringen. Es wird keine Nehmerkonferenz in dem Sinne sein, sondern eine zukunftsorientierte Gestaltungskonferenz, die mit finanziellen Mitteln ausgestattet wird, aber auch aus der Region initiiert werden muss. Insofern werden die nächsten zwei bis drei Monate für die Festlegung von Zielen entscheidend sein.

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, dass die Einwohnerzahlen in Deutschland kräftig steigen, bedingt durch die gute Konjunktur. Das bedeutet, dass wir im Wohnungsbau in Marl, wie im gesamten Ruhrgebiet generell, erhebliche Anstrengungen unternehmen müssen. Die Bundes-, wie die Landesregierung, haben ja alle Weichen gestellt, den Wohnungsbau in jeder Weise nach vorne zu bringen.

Dies bringt mich insgesamt auf die Idee, dass vielleicht mit den MarlerWohnungsbauunternehmen, eine zukunftsorientierte Diskussion eingeleitet wird, ob in die bestehenden Wohnungsbestände, wie das z. B. am Ovelheider Weg erfolgreich gemacht wurde, noch weiter investiert wird. Und dass man eine innerstädtische Verdichtung macht und die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen rund 30 ha auch tatsächlich umgesetzt werden.

Wenn man additiv Metro, Evonik und die Entwicklung von Schacht III (ehem. BASF-Kraftwerk) sieht, werden wir ca. 3.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Es muss eine wohnungsbaupolitische Initiative gestartet werden und hier sind insbesondere die bisherigen Eigentümer, die Wohnungseigentumsgesellschaften usw. gefragt, in ihren Wohnungsbestand zu investieren, ggfs. auch Freiflächen in ihren Bereichen zu definieren und auch von dieser Seite eine große Wohnungsbauinitiative zu starten.

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